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Wer versorgt das Stoma?

Je früher, desto besser
Machen Sie sich möglichst schon in der Klinik mit Ihrer Stomaversorgung vertraut. Der/die Stomatherapeut/in und das Pflegepersonal stehen Ihnen dabei jederzeit gerne hilfreich zur Seite.

Selbst ist die Frau/der Mann
Indem Sie Ihre Versorgung nach konkreter Anleitung selbst übernehmen, bleiben Sie selbstständig und unabhängig. Bedenken Sie, auch nach einer Stomaoperation sind Sie für sich und Ihren Körper selbst verantwortlich. Davon abgesehen können Sie selbst am besten beurteilen, welche Art der Versorgung für Sie besonders angenehm ist. Die Selbstversorgung trägt darüber hinaus wesentlich zur Stärkung Ihres Selbstvertrauens bei.

Sollten trotzdem einmal Schwierigkeiten auftreten, zögern Sie nicht, bei einer in der Stomatherapie qualifizierten Fachkraft oder Ihrem Arzt Hilfe zu suchen.

Worauf sollten Sie achten?
Die an das Stoma angrenzenden Hautbezirke sind sehr empfindlich. Die stomaumgebende Haut darf deshalb nach der Operation nicht zu stark gedrückt werden. Auch später sollten Sie massiven Druck von außen im parastomalen (stomaumgebenden) Bereich vermeiden.

Dem Zustand der Haut muss stets besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Stuhlausscheidungen können die Haut reizen und zu Rötungen, Entzündungen bzw. Ekzemen führen. Um dies zu verhindern, sollte die umgebende Haut des Stomas sorgfältig gepflegt werden.

Achten Sie stets darauf, dass das Stoma korrekt mit einem weichen Hautschutz umschlossen ist, so dass kein Stuhl auf die Haut gelangen kann. Die tägliche Selbstversorgung und das Wechseln der Beutel tragen dazu bei, das Stoma engmaschig zu kontrollieren. Achten Sie darauf, dass die Schleimhaut des Stomas die gleiche Farbe aufweist wie die Mundschleimhaut. Sollte sich die Farbe der Schleimhaut ändern, d. h. blasser oder dunkler werden, informieren Sie Ihren Arzt.

Die individuelle Stomagröße
Die Stomaversorgung sollte stets individuell angepasst werden. Der Stomadurchmesser nimmt mit der Zeit ab. Die Öffnung im Beutel muss daher dementsprechend abgestimmt werden. Das regelmäßige Ausmessen des Stomas und die Anpassung der Beutelöffnung bzw. des Plattenausschnittes sind gerade in den ersten Wochen nach dem Anlegen des Stomas unerlässlich.

Dieser Umstand sollte auch hinsichtlich des Kaufs Ihrer Stomaversorgung berücksichtigt werden. Eine zu große Lagerhaltung unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erscheint deshalb nichtsinnvoll. Auf diese Weise können Sie unnötige Kosten vermeiden.

Produkte zur optimalen Versorgung

Es gibt zwei verschiedene Beutelformen:
  • den Ausstreifbeutel (unten offen; mit integriertem Verschluss
    oder mit Klammern zu verschließen)
  • den geschlossenen Beutel (sog. Kolostomiebeutel)
Der Ausstreifbeutel wird bei häufigen, breiigen bis dünnflüssigen Ausscheidungen verwendet. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Stomaanlage im Bereich des Dünn- oder Dickdarms angelegt wurde. Durch die Möglichkeit, den Beutel über den Bodenauslass zu entleeren, verhindern Sie ein Strapazieren der Haut durch zu häufiges Wechseln. Nach der Entleerung muss das Beutelende gereinigt und wieder verschlossen werden. Der Kolostomiebeutel wird bei festen und geformten Stuhlgängen verwendet. Die Ausscheidung wird in diesem Fall ca. zweimal pro Tag erfolgen.

Was sollten Sie über die nötigen Hilfsmittel wissen?
Bei der Stomaversorgung werden grundsätzlich zwei Systemtypen unterschieden:
  • die einteilige Versorgung
  • die zweiteilige Versorgung
Für beide Möglichkeiten sind Ausstreifbeutel oder Kolostomiebeutel erhältlich.

Die einteilige Versorgung

Die einteilige Stomaversorgung

Bei der einteiligen Variante sind Beutelfolie und Hautschutz miteinander verschweißt. Oftmals ist eine Lasche zum Anbringen eines Gürtels integriert. Eine beidseitige Umhüllung mit einem natürlichen Vlies erhöht den Tragekomfort und schützt die Haut.

Die einteilige Versorgung sollte mindestens einmal täglich gewechselt werden.

Die zweiteilige Versorgung

Die zweiteilige Stomaversorgung

Wie der Name sagt, gehören zwei Teile zum System:
  • die Basisplatte, bestehend aus Hautschutz mit Rastring
  • das Gegenstück als der produkt- und größengleiche
    Versorgungsbeutel mit dem entsprechenden Rastring
Das Aufbringen der Versorgungsbeutel ist mit etwas Übung oft leichter zu bewerkstelligen als anfangs angenommen. Basisplatten können ca. zwei bis vier Tage, je nach Art der Ausscheidung, auf der Haut belassen werden. Bitte bedenken Sie bei Undichtigkeit, hoher Temperatur und Brennen oder dergleichen, diese lieber einmal häufiger zu wechseln als gewohnt. Der Beutel sollte täglich gewechselt werden.

Kriterien wie:
  • Lage, Form und Ausscheidung der Stomaanlage
  • Beschaffenheit der Haut
  • eventuelle Behinderungen wie Rheuma, Gicht oder Arthrose
  • druckempfindliche Bauchdecke
  • Kleidungsgewohnheiten
können Ihre Wünsche in Bezug auf eines der genannten Systeme beeinflussen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern vertrauen Sie Ihren erfahrenen Stomatherapeuten, der Pflegekraft oder Ihrem Arzt.

Hautschutzmaterialien
Die sogenannten synthetischen Hautschutzmaterialien bestehen u.a. aus natürlichen Grundsubstanzen wie:
  • Gelatine
  • Zellulose (beide Substanzen können Wasser binden)
  • Pektin (regt die geschädigte Haut zur Granulation [Heilung] an)
Die natürlichen Grundsubstanzen sind so miteinander gebunden, dass sie den gewünschten Eigenschaften entsprechen:
  • hygroskopisch (Feuchtigkeit wird aufgenommen)
  • weich und anschmiegsam; somit flexibel bei Narben etc.
  • Haftung auf feuchter Haut
  • Heilung der Haut unter den Hautschutzmaterialien
  • widerstandsfähig gegen Ausscheidungen
Dadurch sind ebenfalls ein Schutz der parastomalen Haut und eine Sicherheit vor Austritt von Ausscheidung gegeben. Vorgefertigte gewölbte Hautschutzmaterialien sorgen u.a. bei Unebenheiten für den idealen Kontakt mit der stomaumgebenden Haut.

Versorgungen mit diesen Hautschutzmaterialien ermöglichen Ihnen entsprechende Freizeitaktivitäten wie Baden, Schwimmen oder Saunen.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise
Lagerung
  • trocken und bei Zimmertemperatur
  • nicht zu große Mengen verordnen lassen (ca. vier- bis sechswöchiger Bedarf reicht)
Kontrolle und Wechsel der Hautschutzmaterialien sind häufiger erforderlich bei
  • dünnen, aggressiven Ausscheidungen
  • bestehenden Harnwegsinfektionen
  • Fieber, starkem Schwitzen
  • hohen Temperaturen (Sommer, Urlaub, Beruf)
  • nässenden Hautdefekten
  • starken Blähungen
  • erhöhter Schleimbildung des Stomas
  • Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika, Zytostatika, Antirheumatika)
  • nach dem Schwimmen oder Saunen
Bitte beachten Sie: Ihre Stomaversorgung ist bereits undicht, wenn Ihre peristomale Haut (direkt das Stomaumgebende Haut) mit Ausscheidungen in Kontakt kommt!

Der Versorgungswechsel

Während Ihres Krankenhausaufenthaltes wird die Stomaversorgung durch geschultes Personal auf der Station durchgeführt. Wahrscheinlich hatten Sie aber auch schon im Krankenhaus Gelegenheit, Ihr Stoma – unter Anleitung – selbst zu versorgen. Die Versorgungsmaterialien wurden dabei anfangs von der Klinik zur Verfügung gestellt. Auch um die Entsorgung der benutzten Beutel mussten Sie sich nicht persönlich kümmern. Der Beginn der Selbstversorgung wird daher für Sie mit einer Mehrbelastung verbunden sein. Sicherlich bedarf es für Sie auch einer gewissen Überwindung, diese Aufgaben selbst zu übernehmen.

Sie werden sich leichter tun, wenn Sie sich stets vor Augen halten, dass Sie durch Verzicht auf fremde Hilfe einen wesentlichen Beitrag zu Ihrer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit leisten können. Anfangs werden Sie für das Anlegen der Versorgung sicher mehr Zeit benötigen, als dies im Krankenhaus mit Hilfe der Fall war. Sie sind unter Umständen ungeduldig und ärgern sich über kleine Ungeschicklichkeiten. Lassen Sie sich nicht entmutigen! „Übung macht den Meister!“ Dieses geflügelte Wort trifft auch für die Stomaversorgung zu.

Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen über den nötigen Zeitaufwand für Pflege und Versorgung des Stomas. Diese werden dann sicher Verständnis dafür aufbringen, dass Sie Badezimmer oder Toilette länger belegen, als dies früher der Fall war.

Das Anlegen der Versorgung können Sie erleichtern, indem Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen. Auf diese Weise stellt sich langsam eine Routine ein, die hilft, Zeit zu sparen, und die Ihnen zugleich Sicherheit vermittelt. Ein allgemein gültiger Zeitplan für das tägliche Wechseln der Versorgung lässt sich nicht festlegen, da jeder Mensch seinen eigenen Ausscheidungsrhythmus hat.

Nach Möglichkeit sollte das Wechseln der Versorgung am selben dafür vorgesehenen Ort stattfinden. Das Badezimmer ist hierfür besonders geeignet. Der Austausch der Versorgung kann hier praktischerweise im Stehen am Waschbecken vorgenommen werden. Unterwegs müssen Sie an die sich ändernden Gegebenheiten denken.

Versorgungsmaterialien zurechtlegen
Legen Sie sich bereits vor dem Versorgungswechsel alle benötigten Materialien zurecht.

Dazu gehören:

I. KOMPRESSEN
  • Fünf Kompressen mit Wasser
  • Mindestens zwei weiche, saugfähige Kompressen, trocken
II. NEUE VERSORGUNG

Wird eine neue Versorgung angewendet, die auf Ihre individuelle Stomagröße angepasst werden muss, so empfiehlt es sich, den Hautschutz bereits vorher auszuschneiden. Sie haben mittels einer Schablone oder Messkarte Ihre Stomagröße ermittelt. Schneiden Sie, falls nötig, den Hautschutz stets unter Zuhilfenahme einer Schablone entsprechend zu. Achten Sie darauf, dass zwischen Stoma und Haut kein Hautbezirk unbedeckt bleibt. Das Stoma sollte dabei dicht umschlossen sein, es darf aber nicht eingeengt werden.

III. RASIERER

Benutzen Sie einen Einmalnassrasierer mit seitlich geschützter Klinge, falls im Gebiet um das Stoma Haare entfernt werden müssen.

Durchführung des Versorgungswechsels
  • Legen Sie Ihren Entsorgungsbeutel und die Kompressen entsprechend bereit.
  • Ziehen Sie das Schutzpapier der neuen Versorgung ab.
  • Entfernen Sie nun vorsichtig die alte Versorgung.
Allzu starkes Reißen sollte dabei vermieden werden. Am besten lösen Sie die Klebe- bzw. Hautschutzfläche mit einer Hand vorsichtig von der Haut, während Sie den Hautbezirk mit der anderen Hand festhalten. Durch den dabei entstehenden Gegendruck wird der mechanische Reiz gegenüber der Haut gering gehalten.
  • Werfen Sie die gebrauchte Versorgung in den Entsorgungsbeutel.
  • Reinigen Sie die Haut von außen nach innen mit Wasser und Reinigungslotion getränkten Kompressen zum Stoma hin mit kreisenden Bewegungen. Dadurch lässt sich vermeiden, dass Stuhlreste oder Bakterien in das umliegende Hautgebiet gelangen.
  • Entfernen Sie die Reinigungslotion mit feuchten Kompressen und trocknen Sie abschließend die Haut mit weiteren Kompressen gut ab.
  • Gehen Sie dabei sanft mit der Haut um. Zu heftiges Reiben belastet die Haut nur unnötig.
  • Befinden sich Haare im Bereich des Stomas, so sollten diese nach erfolgter Reinigung entfernt werden. Das Abziehen des Beutels gestaltet sich ansonsten schmerzhaft. Zudem kann es durch Entzündung der Haarwurzeln leicht zu Irritationen oder Entzün dungen der Haut kommen.
  • Leichte Blutungen der Stomaschleimhaut sind im Rahmen der Reinigung ohne Bedeu tung. Die Ursache ist meist ein starkes Reiben. Falls Sie länger andauern, sollten Sie dies jedoch Ihrem Arzt mitteilen.
  • Legen Sie nun die Versorgung auf der Haut an.
  • Achten Sie darauf, dass der Lochausschnitt des Hautschutzes über der Stomaöffnung angebracht wird und dass die Versorgung faltenfrei sitzt.
  • Modellieren Sie die Hautschutz- und Haftmaterialien gut an.
  • Benutzen Sie für das Anlegen der Versorgung falls erforderlich einen Spiegel, um das Stoma besser einsehen zu können.
  • Kontrollieren Sie bei der zweiteiligen Versorgung nochmals, ob der Beutel gut auf der Basisplatte eingerastet ist.
  • Schließen Sie bei Ihrem Ausstreifbeutel den integrierten Verschluss oder bringen Sie die Klammer an.
Die den Versorgungsprodukten beiliegenden Anwendungsbeschreibungen informieren Sie ausführlich über die richtige Handhabung Ihres Systems. Sollten trotzdem Fragen offen bleiben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt oder Ihre Pflegekraft bzw. Ihren Stomatherapeuten oder über die angegebene Service-Telefonnummer an den Hersteller.

Die Entsorgung der gebrauchten Utensilien
Werfen Sie die Stomabeutel niemals in die Toilette, da sie u.U. das Abflusssystem verstopfen können. Packen Sie die gebrauchte Versorgung in einen Entsorgungsbeutel und benutzen Sie den Abfalleimer! Um zu verhindern, dass der Entsorgungsbeutel in der Mülltonne platzt oder ausläuft, können Sie zuvor die Luft aus dem Beutel drücken und diesen verknoten.

Kleiner Tipp:
Gehen Sie nie aus dem Haus, ohne eine komplette Stomaversorgung mit sich zu führen. Dadurch vermeiden Sie unvorhergesehene Probleme.

Notieren Sie sich die wichtigsten Angaben zu Hersteller, Produktnamen und individueller Größe Ihrer Versorgung und bewahren Sie diese Informationen auf einem Zettel in Ihrer Geldbörse oder Brieftasche auf. So haben Sie diese immer spontan griffbereit.

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