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Was ist ein Stoma?

Mit dem aus dem Griechischen stammenden Begriff „Stoma“ werden operativ geschaffene Körperöffnungen bezeichnet. Ein Stoma wird vielfach auch „Anus praeter“ oder „künstlicher Darmausgang“ genannt. Um den Ausgang für die künstliche Körperöffnung zu schaffen, wird ein gesunder Abschnitt des Darms nach außen geleitet und dort mit der Bauchhaut vernäht. Das Stoma enthält weder schmerzempfindliche Nerven noch willkürlich steuerbare Muskeln. Die Aufgabe eines Stomas besteht in erster Linie darin, die durch die Operation verloren gegangenen Körperfunktionen zu ersetzen.

Wann ist ein Stoma nötig?
Eine Stomaanlage ist erforderlich, wenn der Darm erkrankt ist und teilweise oder dauerhaft stillgelegt bzw. entfernt werden muss.

Die Vor- und Nachteile einer bevorstehenden Stomaoperation wird Ihr Arzt sorgfältig mit Ihnen abwägen. In vielen Fällen lässt die vorliegende Erkrankung bzw. Funktionsstörung keine andere Wahl zu. Zwar ist die Anlage eines Stomas – sei es vorübergehend oder auf Dauer – mit gewissen Abstrichen gegenüber der gewohnten Lebensweise verbunden, aber, wie schon eingangs erwähnt: Eine Stomaanlage wird wesentlich dazu beitragen, Ursachen und Folgen Ihrer Erkrankung zu beseitigen. Zugleich bieten die heutigen modernen Versorgungssysteme die Möglichkeit einer zuverlässigen, individuellen Versorgung.

Gerade in diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie durch Interesse und schnelles Erlernen der Handgriffe wesentlich zur Genesung beitragen und Ihre gewohnte Lebensweise wieder aufnehmen können.

Welche Stomaarten gibt es?
Beim künstlichen Darmausgang wird je nach Lage des Stomas zwischen Kolostoma (Dickdarmausgang) und Ileostoma (Dünndarmausgang) unterschieden. Ein Ileostoma, d. h. eine Öffnung am Ende des Dünndarms, wird in der Regel angelegt, wenn eine operative Entfernung des Dickdarms erforderlich war. Dies ist insbesondere bei Erkrankungen mit chronischem entzündlichem Verlauf der Fall, wie z. B. bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Es handelt sich dabei um Erkrankungen, die durch eine hohe Anzahl von Durchfällen (bis zu 30-mal am Tag) gekennzeichnet sind und bei denen eine medikamentöse Behandlung häufig nicht zum Erfolg führte. Die damit verbundene massive körperliche und seelische Belastung des Patienten sowie vielfach auftretende bedrohliche Komplikationen machen die Anlage eines Stomas oft unumgänglich. Auch wenn durch eine krankhafte Veränderung des Dickdarms eine normale Stuhlpassage unmöglich ist, kann eine Ileostomie nötig werden.

Ein Kolostoma, d.h. die Ausleitung des Dickdarms, wird außer bei chronischen Entzündungen des Dickdarms auch bei einer Vielzahl anderer ernsthafter Erkrankungen im Darmtrakt angelegt.

Dazu zählen u.a.:
  • Aussackungen am Dickdarm
  • unzureichende Schließmuskelfunktion, d.h. Verlust der Kontrolle über die Stuhlentleerung
  • Tumoren im Bereich des Darms
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Darmdurchbruch (Perforation)
  • Darmblutungen
  • Schäden durch Strahlentherapie an anderen Organen des kleinen Beckens
  • Verletzungen
Macht eine Erkrankung die Entfernung des Mastdarms und/oder eines Teils des Dickdarms notwendig, wird der Chirurg eine Kolostomie im gesunden Darmabschnitt anlegen. Je nach ausgeleitetem Darmabschnitt wird die Stomaanlage benannt; z. B. Sigmoidostomie (S-förmiger Abschnitt), Transversostomie (quer verlaufender Abschnitt) usw..

Eine vorübergehende Stomaanlage erfolgt in der Regel dann, wenn eine meist entzündliche Grunderkrankung oder eine zu schützende Naht ein zeitlich begrenztes Stilllegen des betroffenen Dickdarms nötig macht.

Ileostoma (Dünndarmausgang)

Ileostoma (Dünndarmausgang)

Die Ileostomie wird am Ende des Dünndarms – im Bereich des rechten Unterbauchs endständig, d. h., eine Öffnung ist an die Bauchhaut angenäht – angelegt. In speziellen Fällen kann auch eine doppelläufige Stomaanlage (zwei Öffnungen) infrage kommen. Da der verbliebene Dünndarm den Darminhalt nicht eindickt und speichert, ist bei einem Ileostoma mit wässrig-dünnflüssigen Stuhlentleerungen über den ganzen Tag zu rechnen. Aufgrund der im Dünndarm einwirkenden Verdauungssäfte ist der Stuhl besonders aggressiv. Um zu vermeiden, dass die Haut mit der Körperausscheidung in Kontakt kommt, wird das Ileostoma nippelförmig – über dem Hautniveau ausgestülpt – angelegt. Dadurch wird erreicht, dass der Stuhl direkt in den Beutel  abfließt, ohne die Haut zu gefährden. Gerade im Fall der Ileostomie müssen Sie stets auf eine dichte, hautabdeckende Stomaversorgung achten.

Kolostoma (Dickdarmausgang)

Kolostoma (Dickdarmausgang)

Für die Kolostomie stehen ebenfalls zwei verschiedene Stomavarianten zur Auswahl: das endständige und das doppelläufige Stoma. Da der Stuhl aufgrund der anatomischen und funktionellen Gegebenheiten die Haut nicht so stark reizt wie dünnflüssiger Stuhlgang, ist eine prominente Anlage (etwas über der Haut) möglich.

Die endständige Kolostomie
Nach Entfernung des Schließmuskels, des Mastdarms und eines dem Erkrankungsausmaß entsprechenden Anteils des unteren Dickdarms wird eine endständige Kolostomie angelegt. Dabei wird der Darm durch die linke Seite der Bauchdecke ausgeleitet (Sigmakolostomie). Auch bei vorübergehender Ausschaltung von Mastdarm und After – und Entfernung eines erkrankten Dickdarmabschnitts – wird bei bestimmten Krankheitsbildern eine endständige Kolostomie vorgesehen. Dies bezeichnet man als die Operation nach Hartmann.

Der Dickdarm hat insbesondere die Aufgabe, den Nahrungsbrei einzudicken. Folglich wird der Stuhl umso weicher, je kürzer der verbliebene Dickdarmanteil ist. Bei der am häufigsten genutzten Form der Kolostomie im Bereich des Sigmas bleibt der Darm fast vollständig erhalten. Hierbei ist die Häufigkeit und Festigkeit des Stuhls in etwa mit dem Zustand vor der Erkrankung zu vergleichen.

Die doppelläufige Kolostomie
Soll der Stuhl vor einem Hindernis – z. B. einem entzündlich veränderten Darmabschnitt oder einer zu schonenden Darmnaht – abgeleitet werden, empfiehlt sich in der Regel die Anlage einer doppelläufigen Kolostomie.

Die doppelläufige Kolostomie

Der Dickdarm wird dabei meist im Bereich des Querdarms schlingen - förmig auf den Bauch vorgelagert. Die vordere Wand der Darmschlinge wird eröffnet und mit Nähten an der Bauchdecke fixiert. Dadurch entstehen zwei Darmöffnungen, die mehr oder weniger für Sie sichtbar sind.

Die Stuhlentleerung findet in diesem Fall hauptsächlich über eine dieser Öffnungen statt. Je nach eröffnetem Darmabschnitt wird der Stuhlgang breiig oder fest sein. Trotzdem kann es hin und wieder auch zu einer Stuhlentleerung über den After kommen, da sich trotz Ausschaltung von der normalen Darmpassage kleine Kot- und Schleimmengen im Enddarm sammeln können. Dieser dabei empfundene Stuhldrang ist normal und sollte Sie nicht beunruhigen.

Falls Sie aber unter dauerndem Stuhldrang leiden, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren Arzt.

Bei den vorübergehenden Stomaanlagen kann der Chirurg nach Abheilung der kranken bzw. operierten Darmabschnitte die beiden Darmenden wieder operativ aneinanderfügen. Dadurch wird eine normale Darmentleerung über den After möglich sein. Den Zeitpunkt für die Operation wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen.

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